Alltagsrassismus -
hier und dort und überall...

Was bedeutet eigentlich das Wort „Rassismus“? Viele Menschen reden über diesen Begriff. Sie sprechen über rassistische Menschen oder rassistische Gewalttaten, obwohl viele von ihnen gar nicht wissen, was „Rassismus“ eigentlich bedeutet.
„Ausländerfeindlichkeit“ oder „Fremdenhass“ haben in der Vergangenheit weniger zur Hilfe als vielmehr zur Verschleierung des wirklichen Problems beigetragen. Es sind nicht unbedingt „Ausländer“ oder „Fremde“ die diskriminiert werden! Was ist mit Holländern, Amerikanern oder Franzosen? Rassismus tritt vielmehr dann auf, wenn bestimmte Merkmale von Menschen mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden. Es ist also so, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe oder anderen Religionen diskriminiert werden, obwohl sie deutsch sind!?
So zum Beispiel schwarze Deutsche oder Deutsche Türkischer Herkunft. Bei ihnen geht es also nicht um den Pass, sondern entscheidend sind vielmehr bestimmte Merkmale, aufgrund derer ihnen Fremdheit zugeschrieben wird: dunkle Haut- und Haarfarbe, nichtdeutsche Herkunft oder Sprache und von der Mehrheitsbevölkerung abweichende kulturelle Gewohnheiten.

 

 

 

 

 


Wenn man sich diesem bewusst wird, so kann man weiter über „Rassismus“ nach-denken! Was wir nun speziell bearbeiten wollen ist nicht nur dieser Punkt, sondern eine Abzweigung des „Rassismus“ – nämlich der „Alltagsrassismus“. Hier fängt es schon an. Der „Rassismus“ in unserem Alltag; oder der „alltägliche Rassismus“, denn dies ist der Ursprung und die Entstehung des gesamten „Rassismus“.
Auf der Suche nach der Bedeutung dieses Begriffes, fangen wir am besten bei uns selbst an zu suchen. Jeder Mensch, oder zumindest sehr viele, sind rassistisch, ohne es zu wissen. Sie verwenden Begriffe oder äußern sich so, dass es unter dem Begriff „Rassismus“ eingeordnet werden kann. Unter dem Begriff „Alltagsrassismus“! Allein in der Sprache finden sich sehr viele häufig gebrauchte Redewendungen, die z.B. Migranten, Frauen oder Behinderte dis-kriminieren. Diese können ganz unterschied-lich sein und sind leider aber schon für viele Menschen alltäglich geworden: „Diese Abrechnung ist getürkt worden...“, „... das ganze kommt mir spanisch vor“, „... wie hoch ist ihre Buschzulage?“, „... hier geht es ja vor wie in einer Judenschule!“, „... hört endlich auf mit dem herumzigeunern...“, „... typisch polnische Wirtschaft...“, „... mach mal kein Negeraufstand...“, „... Ich bin doch nicht dein Neger...“, „... Du Spasti“, „... wir sind hier doch nicht im Busch...“, „... wenn du mehr Geld brauchst, zeig mir einen Juden, dem man in die Tasche greifen kann...“ usw.

Wollen wir diese Begriffe schnell wieder vergessen! Jedoch müssen wir leider eingestehen, dass auch wir zu denen zählen, die mit Sicherheit schon solche oder ähnliche Redewendungen verwendet haben! Aber gerade hier lieg der Knackpunkt. Wenn die Väter Freitag Abends im Wirtshaus sitzen und sich über diesen und jenen aufregen und tuscheln, oder die Mütter bei ihren Strickrunden hier und dort aufgeschnappte Informationen breittreten, dann können wir bei solchen Aussagen (gerade auf die schon oben angesprochenen MENSCHEN bezogen) von „alltäglichem Rassismus“ reden, der als Quelle und Funken diejenigen anspornt, die dies noch nicht verstehen! Und dann fragt noch einer, warum Jugendliche gewalttätig werden und zu sogenannten „rassistischen Taten“ neigen! Schlechte Vorbilder – der Grund warum Jugendliche zu Rassisten werden.
Bei unserem Ausstellungspunkt über den „alltäglichen Rassismus“ wollen wir versuchen, Situationen des „Rassismus“ darzustellen und Möglichkeiten zu finden, wie wir uns verhalten sollen, wenn uns der „Rassismus“ des Alltages überfällt. Wenn sich wirklich etwas verändern soll, dann muss im Alltag angefangen werden!
Mit diesen Worten ist es uns hoffentlich gelungen, erste Einblicke zu schaffen. Wenn Sie weiter Interesse an der Ausstellung haben, besuchen Sie weiterhin diese Site.
Wir werden uns bemühen sie ständig auf dem neusten Stand zu halten, so dass Sie immer informiert bleiben. Ich hoffe dann, dass WIR uns bei der Ausstellung im Mai/Juni 2001 sehen werden!

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